"Der jüdische Beitrag zur Wirtschaftsethik - Alte Schriften neu gelesen"
Vortrag von Elisa Klapheck
Moderation: Dr. Benedikt Fehr


Rabbinerin Elisa Klapheck
Foto: Christian Grau

Dienstag, 17. September 2013 um 19.30 Uhr
Bankhaus Hauck & Aufhäuser


Die Frankfurter Rabbinerin Elisa Klapheck untersucht mit dem von ihr gegründeten Verein „Torat HaKalkala – Verein zur Förderung der angewandten jüdischen Wirtschafts- und Sozialethik“ die Kriterien der Tora und des Talmuds für eine erfolgreiche, verantwortungsbewusste und zugleich gerechte Wirtschaftspolitik. Ihr Vortrag handelt vom rabbinischen Umgang mit Schulden und Zinsen.

Themen des Abends werden unter anderem sein: Welche Antworten geben die wirtschaftsethischen Vorschriften und Empfehlungen, die im Talmud vor vielen Jahrhunderten formuliert wurden, auf die scheinbar orientierungslosen und nicht enden wollenden Krisen der Finanzmärkte?  Kann ein ökonomisches System, das sich an religiösen Werten orientiert, wieder in den Dienst der Menschen gestellt werden?  Welche Aussagen zu Themen wie Zinsen, Schulden und Spekulation mit Lebensmitteln finden sich in den Schriften, die seit vielen Jahrhunderten Hinweise für das friedliche Zusammenleben der Menschen geben?

Biographie Elisa Klapheck

Elisa Klapheck (*1962, Düsseldorf) ist die Rabbinerin des Egalitären Minjan in der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main. Vor ihrer Ordination im Jahre 2004 war die studierte Politologin zunächst jahrelang Journalistin für Tageszeitungen wie „Der Tagesspiegel“ und „die tageszeitung“ sowie Rundfunk und Fernsehen. 1997 wurde sie Pressesprecherin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und Redakteurin der Zeitschrift „jüdisches berlin“.

Klapheck engagiert sich seit den 1990-Jahren für eine Erneuerung der jüdisch-religiösen Tradition. So gehörte sie zu den Mitbegründern der liberalen Synagoge Oranienburger Straße in Berlin. 1999 entstand maßgeblich durch ihre Initiative „Bet Debora“, eine historisch erstmalige „Tagung europäischer Rabbinerinnen, Kantorinnen und rabbinisch gelehrter Jüdinnen und Juden“. Die Tagung wurde dreimal in Berlin gehalten und findet seitdem in anderen europäischen Städten statt.
2005 zog Klapheck für vier Jahre nach Amsterdam und war dort als erste Rabbinerin in der niederländisch-jüdischen Geschichte bei der Gemeinde „Beit Ha’Chidush“ (Haus der Erneuerung) angestellt. Im Jahre 2009 kam sie nach Deutschland zurück und ist seitdem offiziell Rabbinerin des Egalitären Minjan (die liberalen Juden) in der Frankfurter Gemeinde. Einer ihrer Schwerpunkte sind Schiurim zu talmudischen Texten im Lichte heutiger gesellschaftspolitischer Fragestellungen. In diesem Zusammenhang tritt sie für einen neuen Dialog zwischen Religion und Politik ein.

Klapheck ist Mitglied der Allgemeinen Rabbinerkonferenz in Deutschland (ARK) sowie associate member des Rabbinic Board von „Liberal Judaism“ in Großbritannien. Sie schreibt sie regelmäßig rabbinische Kommentare für die „Jüdische Allgemeine“ und verschiedene öffentlich-rechtliche Radiosender. Von ihr erschienen sind u.a. die Bücher "Fräulein Rabbiner Jonas - Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?" (1999), „Bertha Pappenheim – Gebete / Prayers“ (2003) und „So bin ich Rabbinerin geworden. Jüdische Herausforderungen hier und jetzt“ (2005). Unlängst promovierte sie mit einer Dissertation über die jüdische Religionsphilosophin Margarete Susman. Darüber hinaus hat sie mit Frankfurter Juden und Nichtjuden „Torat Hakalkala – Verein zur Förderung angewandter jüdischer Wirtschafts- und Sozialethik“ gegründet.